Den Haag Protokoll ist da
Mein neuer Thriller „Den Haag Protokoll: Das Offshore-Komplott“ ist jetzt im Buchhandel verfügbar. Er spielt in den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien und Dänemark und dreht sich um Sabotage an Offshore-Windparks. Für die meisten von euch ist das einfach ein neues Buch. Aber einige Hundert Leser haben vor ein paar Jahren Helgoland Connection gelesen – und die fragen sich jetzt vermutlich: Was ist passiert?
Kurze Antwort: Ich habe ein komplett anderes Buch geschrieben. „Helgoland Connection“ war der erste Entwurf. Es war ein romantisches Abenteuer – spannend und auch erfolgreich, aber stilistisch nicht das, was ich eigentlich schreiben wollte.
Je mehr ich an den anderen Bänden der Schatten-Protokolle arbeitete – „Staatsstreich“, „Stavanger Protokoll“ und „Reykjavik Protokoll“ – desto klarer wurde: Band 1 passt noch nicht ganz zur Reihe, weder als „Helgoland Connection“ noch als „Rotes Kliff“, und weder vom Ton oder von den Charakteren. Also habe ich neu angefangen.
Was ist Den Haag Protokoll?
„Den Haag Protokoll“ ist kein Update. Es ist ein anderes Buch mit derselben Grundidee: Jemand sabotiert Europas Energiewende. Aber diesmal als politischer Thriller, nicht als Abenteuerroman. Es gibt nicht den einen Helfer, sondern mehrere Handlungsstränge, geopolitische Verstrickungen, Charaktere, die in moralischen Grauzonen navigieren.
Ein dänischer Ingenieur findet gefährliche Mängel an Windturbinen-Rotorblättern. Er meldet sie. Kurz darauf stirbt er bei einem Unfall. Seine Witwe glaubt nicht an Zufall. Ein deutscher Journalist bekommt Dokumente zugespielt: gefälschte Zertifikate, manipulierte Prüfberichte, ein Netzwerk von Firmen, die an minderwertigen Materialien verdienen. Die Spur führt ihn von den Niederlanden nach Deutschland zu einem belgischen Offshore-Unternehmer mit osteuropäischen Verbindungen.
Ein britischer Ermittler jagt illegale Arbeiter und Schmuggler. Die Fälle überschneiden sich. Was wie Unternehmensbetrug aussieht, entpuppt sich als geopolitische Sabotage. Jemand will, dass Europas grüne Zukunft scheitert. Und er ist bereit zu töten.
Warum Windenergie?
Wir waren im Winter in Esbjerg, der dänischen Hafenstadt an der Westküste. Der Hafen ist voll mit riesigen Rotorblättern für Offshore-Windparks – massive Konstruktionen, verpackt in Schutzfolie, bereit zum Verladen. Ich stand dort und dachte über die Lieferkette nach. Die Rotorblätter kommen vielleicht aus Großbritannien. Die Generatoren aus Dänemark. Die Fundamente aus den Niederlanden. Alles wird Hunderte Kilometer aufs Meer transportiert und dort von gigantischen Montageschiffen zusammengesetzt, mitten in der Nordsee.
Jedes Teil wiegt Tonnen und kostet Hunderttausende Euro. Und niemand auf diesem Montageschiff kann überprüfen, ob die Zertifikate echt sind, ob die Materialien den Standards entsprechen, ob jemand drei Länder zurück in der Lieferkette gepfuscht hat. Man merkt es erst, wenn etwas bricht. Bei Sturm. Zweihundert Kilometer von der Küste entfernt. Da fing die Geschichte an.
Für wen ist das Buch?
Wenn ihr Robert Harris oder Ken Follett mögt, werdet ihr hier wiedererkennen, was an deren Thrillern funktioniert: mehrere Perspektiven, politische Verstrickungen, ein Tempo, das sich Zeit lässt. Keine Superhelden und auch keine einfachen Antworten.
Das Ende ist keine saubere Auflösung, weil echte Verschwörungen so nicht funktionieren. Manche Fragen bleiben offen. Manche Schuldige kommen davon. Es ist ein politischer Thriller, kein Liebesroman. Wer Harris und Follett mag, wird sich hier wohlfühlen.
Die Reihe
Den Haag Protokoll ist Band 1, aber man kann überall einsteigen. Jeder Thriller funktioniert für sich – unterschiedliche Schauplätze, unterschiedliche Verschwörungen, dieselben Hauptfiguren. Wer Stavanger Protokoll oder Reykjavik Protokoll schon kennt, erfährt hier, wie Erik Wiedner und Amelia Thompson sich kennengelernt haben. Wer nicht, steigt einfach hier ein. Jetzt verfügbar im Buchhandel, etwa für Tolino, für Apple Books, Google Play Books, Kobo oder natürlich bei Amazon als Print-Buch oder für Kindle.